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Guß der 5ten Glocke für die Christuskirche

Die 5. Glocke für die Christuskirche ist gegossen


Am Freitag vor der Osterwoche traf sich frühmorgens eine achtköpfige Delegation der Gemeinde Eimsbüttel, um mit unserem Gemeindebus gen Sinn bei Wetzlar zu reisen Die Erwartungen waren groß, denn wir wollten dabei sein, wenn unsere Glocke gegossen würde.
                                                            

Zur richtigen Einstimmung wurde während der fünfstündigen Fahrt neben inhaltsvollen geführten Gesprächen auch Schillers „Das Lied von der Glocke“ gelesen. Ebenfalls zur Vorbereitung diente der Besuch des Deutschen Glockenmuseums im mächtigen Geschützturm der Burg Greifenstein.Über 40 historische Glocken, die in zeitlicher Abfolge dort aufgestellt sind, bieten einen eindrucksvollen Gang durch ein Jahrtausend deutscher Glockengeschichte. Die Glockengießerei war in früheren Zeiten ein Wandergewerbe, das die Glocken vor Ort goss bis man etwa Ende des 1600. Jahrhundert sesshaft wurde.

Nach einem guten Mittagessen im Burgrestaurant mussten sich die Eimsbütteler sputen, noch rechtzeitig in die Glocken- und Kunstgießerei Rincker zu kommen. In eindrucksvoller Weise wurde von einem der beiden Brüder Rincker die Entstehung einer Glocke bis zum

Guss eindrucksvoll erläutert. Der Glockenformer baut, nachdem  das Glockenprofil errechnet ist, aus Lehmsteinen und –schichten den inneren Teil, die Hohle .Der zweite Formteilist wird die „falsche Glocke“ genannt und entspricht im Umfang der zu gießenden. In dieser Phase werden auch die Inschriften und Verzierungen in Wachs aufgebracht.Sie schmelzen beim Trocknen der Form und hinterlassen ihren Abdruck im dritten, umfangreichsten Formteil, dem Mantel. Alle Formteile müssen sorgfältig getrocknet werden. Nach weiterer Bearbeitung steht dann die Kernform in der Gussgrube und der Mantel wird wieder sorgfältig darüner gestülpt. In die Hohle zwischen Kern und Mantel kann dann beim Guss das Metall einströmen.. Die gussbereiten Formen stehen dann „festgemauert in der Erden“, denn das Ganze wird mit Sand abgedeckt, sodass nur noch die Gussgänge zu sehen sind.

 

Natürlich fieberten die Teilnehmer unserer Gemeinde - unser Kantor mit Frau waren noch

dazugestoßen - dem eigentlichen Guss entgegen. Nach einem Gebet wurde der Ausgang des großen Kessels geöffnet und die Bronze – eine Legierung aus Kupfer und Zinn im Verhältnis von ca. 4:1 – wälzte sich glühend und brodelnd durch die Gussgänge, bis sie gurgelnd in der Glockenform verschwindet.

Nach einigen Tagen wird die erkaltete Form ausgegraben und zerschlagen. Die so freigelegte Glocke wird dann gereinigt. Der erste Ton wird vom Meister angeschlagen und die Klangqualität geprüft.

 

Das alles war sehr aufregend. Wir waren sehr beeindruckt und nahmen ein wundervolles Erlebnis mit auf die lange Heimreise.

Die Meldungen aus der Gießerei besagen, dass der Guss gut gelungen ist. Die Planung sieht vor, dass die Glocke am 17. Mai vor der Christuskirche ankommen und dann auch gleich in den Turm gehievt werden soll. Dann sind noch einige Tage nötig für die richtige Installation, damit am Pfingstsonntag dann das komplette Geläut zum Gottesdienst rufen wird.
Gott segne
ihren Ruf in den Stadtteil.